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NEWS - AUSBILDUNG

Breit abgest��tzte Schweizer Covid-19 Forschung



Bern (07.09.2022)

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) untersttzte whrend der Corona-Pandemie insgesamt 114 Covid-19-Forschungsprojekte, fr die er Frdermittel von ber 45 Millionen CHF einsetzte. Im Nationalen Forschungsprogramm "Covid-19" (NFP 78) arbeiten rund 200 Forschende in 28 Projekten mit einem finanziellen Umfang von 20 Millionen CHF. Ein weiteres Forschungsprogramm zu Covid-19 steht am Start.

Fr den SNF war es ein Novum, aufgrund einer akuten Krisensituation in derart kurzer Zeit Forschungsinfrastrukturen aufzubauen, um dringende Forschungsprojekte schnell aufzugleisen und geeignet zu untersttzen. Mit der Sonderausschreibung Coronaviren im Mrz 2020 und der Lancierung des Nationalen Forschungsprogramms "Covid-19" (NFP 78) im April 2020 hat der SNF innerhalb sehr kurzer Zeit einen Rahmen fr die Coronaforschung geschaffen, der die Schweizer Forschenden optimal untersttzt.

Rollende Planung und laufende Resultate

Die Herausforderung, Projekte schneller als blich zu starten, haben die Forschenden problemlos bewltigt. So kmpften sie eher mit dem extrem dynamischen Forschungsfeld sowie mit logistischen oder personellen Problemen, die teilweise im Zusammenhang mit den Lockdowns standen. Zudem ergaben sich viele Fragestellungen, wie zum Beispiel die Long Covid-Erkrankungen, erst whrend der Pandemie. "Es war eine Freude zu sehen, wie sich zur Beantwortung dieser Fragen weltweit neue Forschungskooperationen bildeten. Beeindruckt hat uns auch die Kreativitt und Agilitt der Forschenden in diesem kompetitiven Umfeld, mit denen sie sich immer wieder den neuen Herausforderungen stellen.", resmiert Nicolas Rodondi, Professor am Berner Institut fr Hausarztmedizin BIHAM und Mitglied des Nationalen Forschungsrats des SNF.

Breites Spektrum von Grundlagenforschung bis zu klinischen Studien

In der frhen Phase der Pandemie brachten epidemiologische und Monitoring-Projekte wichtige Erkenntnisse fr die Swiss National COVID-19 Science Task Force, beispielsweise zur bertragbarkeit des Virus, zum Mobilittsverhalten der Bevlkerung whrend des Lockdowns, oder die wchentlichen Analysen zur Akzeptanz von Schutzmassnahmen. Dies erlaubte dem Bundesrat, seine Empfehlungen entsprechend anzupassen. Ebenfalls ein frher Meilenstein war die Entwicklung eines gnstigen Massentests durch eine Forschungsgruppe der EPFL, was erstmals den Nachweis von Covid-19 spezifischen Antikrpern bei breiten Bevlkerungsgruppen ermglichte. "Dank dieser Tests konnten wir in Kindergrten Informationen ber die Verbreitung des Virus gewinnen", erklrt Isabella Eckerle vom Universittsspital Genf. Einen durchschlagenden Erfolg feierte das Abwassermonitoring der EAWAG Dbendorf, welches sehr przise die Konzentration von SARS-CoV-2 Viren in Gewssern misst. Nach der ersten Forschungsphase wurde das Monitoring inzwischen auf ber hundert Standorte ausgeweitet.

Wichtige Erkenntnisse aus dem biomedizinischen Bereich sind die besondere Exponierung und die unterschiedlichen Verlufe bei Kindern, die kognitiven und neuropsychologischen Einflsse auf die psychische Gesundheit bei Erwachsenen sowie das Erkennen von Long Covid-Erkrankungen als immer noch nicht ausreichend verstandenem Gesundheitsproblem. Zahlreiche klinische Studien versuchten, fr andere Indikationen eingesetzte Wirkstoffe bei Covid-19 Patientinnen und Patienten zu testen. Hier gab es neben erfolgreichen Anstzen auch Studienabbrche zu verzeichnen, da sich verfolgte Strategien als nicht zielbringend erwiesen.

Forschung schafft Lsungen: Entwicklung von Sensoren und Impfstoffen

Konkrete Ergebnisse von Forschungsprojekten sind ein von Forschenden der ETH Zrich entwickelter Sensor, der mit einer neu entwickelten Methode Aerosole mit Sars-CoV-2 aus der Luft filtert sowie ein Biosensor, der die Konzentration von Viren in der Raumluft von Pflegeheimen und Spitlern misst und entsprechende Warnungen auslst.

Mehrere Forschungsprojekte widmen sich der Entwicklung neuer Corona-Impfstoffe. Impfpionier Steve Pascolo vom Universittsspital Zrich will zum Beispiel die bewhrten mRNA-Anstze verfeinern und weiterentwickeln. Volker Thiel von der Universitt Bern will einen Lebendimpfstoff als Nasenspray zur Verfgung stellen. Ob und welche dieser Anstze es bis zur Zulassung schaffen, wird sich erst in den klinischen Phasen zeigen. "Ohne Kooperation mit der Industrie ist ein solches Wettrennen nicht zu gewinnen", sagt Volker Thiel, dessen Projekt am Anfang der klinischen Phase I steht. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ermglicht es, Impfstoffkandidaten in klinischen Studien zu testen und die Infrastruktur fr die Produktion und Distribution von Impfstoffen bereitzustellen.

Positive Zwischenbilanz

Marcel Salath, Professor fr Epidemiologie an der EPFL, ist Prsident der Leitungsgruppe des NFP 78. Er zieht eine positive Zwischenbilanz der ersten zwei Jahre der Forschungsarbeiten. "Trotz hohem Druck und teilweise schwierigen Arbeitsbedingungen haben die Corona-Forschenden in der Schweiz eindrckliche Resultate vorgelegt", fasst er zusammen. "Da das Virus mit uns bleiben wird, muss die Forschung mit hoher Prioritt weitergefhrt werden." Die Forschungsprojekte im NFP 78 laufen noch bis Ende Juni 2023. Im Dezember 2022 startet die Forschung des Nationalen Forschungsprogramms "Covid-19 in der Gesellschaft" (NFP 80). Die Projekte des Programms untersuchen die gesellschaftlichen Dimensionen, Prozesse und Massnahmen im Umgang mit Pandemien.

Nationales Forschungsprogramm "Covid-19" NFP 78

Das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) durchgefhrte NFP 78 hat zum Ziel, neue Erkenntnisse zu Covid-19 und zur weiteren Entwicklung der Pandemie zu gewinnen, Empfehlungen fr das klinische Management und das Gesundheitswesen zu erarbeiten sowie die Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungen und Diagnostika zu untersttzen.

In vier Modulen werden Aspekte der Biologie, Pathogenitt und Immunogenitt von SARS-CoV-2, neue Anstze in der Covid-19-Epidemiologie und Prvention, Grundlagen fr Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika sowie innovative klinische Anstze und therapeutische Interventionen zur Behandlung von Covid-19 Erkrankungen erforscht.

Die Forschung im NFP 78 startete im Herbst 2020 und dauert zweieinhalb Jahre. Das NFP ist mit einem Budget von 20 Millionen Schweizer Franken ausgestattet. Aus den 190 eingereichten Gesuchen whlte der SNF im Juli 2020 28 Forschungsprojekte aus, deren Ergebnisse schnellstmglich verffentlicht, kommunikativ begleitet und mit Politik und Gesellschaft diskutiert werden sollen.

Der Text dieser Medienmitteilung und weitere Informationen stehen auf der Webseite des Schweizerischen Nationalfonds zur Verfgung.


Schweizerische Nationalfonds (SNF),
Marcel Salath / Mark Bcher

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