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NEWS - AUSBILDUNG

Schlafmuster von Babys h��ngt mit Darmbakterien zusammen



Bern (23.12.2021)

Eine vom Schweizerischen Nationalfonds untersttzte Studie zeigt, dass bereits bei Suglingen ein Zusammenhang zwischen Schlafverhalten und Darmflora besteht.

Die Bakterien im Darm von Suglingen haben eine Verbindung mit dem Schlaf. Bereits ab dem Alter von drei Monaten ist dies zu beobachten, wie die beiden Schlafforscherinnen Salome Kurth von der Universitt Freiburg und Sarah Schoch von der Universitt Zrich erstmals gezeigt haben. So schlafen zum Beispiel Kleinkinder mit weniger vielfltigen Darmbakterien tagsber mehr, und auch die Schlafmuster in der Nacht korrelieren mit den vorhandenen Bakterienarten. "Bisher war dies erst bei Erwachsenen bekannt", erklrt Schoch. Die Ergebnisse dieser vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) untersttzten Studie wurden in der Fachzeitschrift Progress in Neurobiology (*) publiziert.

Die Forscherinnen konnten auch zeigen, dass sich Schlaf, Darmbakterien und Hirnaktivitt im ersten Lebensjahr dynamisch parallel entwickeln. Mit anderen Worten: Kleinkinder mit unterschiedlichem Darmbakterienprofil haben auch unterschiedliche Hirnaktivitten, wenn sie schlafen. Am ausgeprgtesten ist dieser Zusammenhang im Alter von drei Monaten, was auf eine sensible Phase hinweist.

Beobachtung der Suglinge in ihrem natrlichen Umfeld

Die Ergebnisse stammen aus einer grossen Langzeitstudie, die in der Schweiz mit einer Kohorte von 162 Suglingen durchgefhrt wurde. "An dieser Feldstudie waren viele Leute beteiligt, zum Beispiel bei Familienbesuchen, weil wir den Schlaf der Kleinkinder in ihrer blichen Umgebung - zu Hause, im Kinderwagen, im Auto - und ber einen lngeren Zeitraum beobachten wollten. Dieser mobile Ansatz war ein Vorteil, denn viele Schlafstudien beschrnken sich jeweils auf eine Nacht im Schlaflabor", erklrt Salome Kurth.

Die Suglinge wurden zu drei Zeitpunkten in ihrem Zuhause beobachtet: im Alter von 3, 6 und 12 Monaten. Dabei wurde zur berwachung des Schlafs jeweils zehn Tage lang ein Bewegungssensor an ihrem Knchel angebracht. Gleichzeitig notierten die Eltern in einem Tagebuch, wann die Kinder zu Bett gingen, schliefen, nachts erwachten, was sie assen und wann sie weinten. Ausserdem nahmen die Eltern Stuhlproben, mit denen die Forscherinnen die Darmflora auf drei Kriterien genetisch analysieren konnten: Vielfalt, Reife (das Mikrobiom verndert sich im Lebensverlauf und insbesondere in der Kindheit) und Enterotyp (vereinfachtes Profil der Darmflora). Die Eltern gaben zudem in einem Fragebogen an, wie sich das Kind in fnf Bereichen entwickelte: Kommunikation, Grobmotorik, Feinmotorik, Problemlsung und soziale Beziehungen.

Ausserdem besuchte das Team rund 30 Kinder im Alter von sechs Monaten fr die Aufzeichnung ihres Schlafs mit einem Elektroenzephalogramm whrend der ersten Nachtstunden.

Ansatzpunkte fr Therapien

"Diese Ergebnisse sind sehr interessant, weil sie zeigen, dass Schlaf und Darmflora mit der Verhaltensentwicklung von Babys zusammenhngen. Da es mglich ist, Schlafprobleme mit Coachings fr Eltern und die Darmbakterien durch Ernhrungsumstellungen zu beeinflussen, knnen wir mglicherweise knftig auf diesem Weg bei Entwicklungsproblemen etwas bewirken", schliesst Kurth. Es ist jedoch noch zu frh fr eine Verallgemeinerung der Ergebnisse. Ob sich diese wirksam umsetzen lassen, muss noch in klinischen Studien berprft werden.

(*) S. Schoch, J.L. Castro-Mejia, L. Krych, B. Leng, W. Kot, M. Kohler, R. Huber, G. Rogler, L. Biedermann, J.C. Walser, D. Nielsen, S.Kurth: From Alpha Diversity to Zzz: Interactions among sleep, the brain, and gutmicrobiota in the first year of life. Progress in Neurobiology (2021). https://doi.org/10.1016/j.pneurobio.2021.102208

Auf dem Weg zur Professur

Dieses Projekt wurde durch das SNF-Instrument Eccellenza untersttzt. Die SNSF Eccellenza Professorial Fellowships richten sich an junge Forschende mit Assistenzprofessur oder gleichwertiger Funktion, die eine permanente Professur anstreben. Mit der Leitung eines grosszgig ausgestatteten Forschungsprojekts mit eigenem Team an einer Hochschule in der Schweiz kommen sie diesem Ziel nher.



Universitt Freiburg,
Salome Kurth

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